Guillermo Mordillo, meist einfach als Mordillo bekannt, war ein argentinischer Zeichner, Karikaturist sowie Kinder- und Trickfilmillustrator. Er wurde am 4. August 1932 in Buenos Aires als Sohn spanischer Einwanderer geboren und wuchs in einer einfachen Arbeiterfamilie auf. Schon früh entdeckte er zwei große Leidenschaften: das Zeichnen und den Fußball, die ihn sein Leben lang begleiteten.
Bereits in jungen Jahren konnte Mordillo mit seinen Illustrationen Geld verdienen, unter anderem durch die Gestaltung von Kinderbüchern und Arbeiten für Animationsprojekte. Von 1955 bis 1960 war er als Werbegrafiker in Lima (Peru) tätig. In dieser Zeit begann er zudem den Golfsport zu spielen – ein Motiv, das später häufig in seinen Cartoons wiederzufinden ist.
1960 zog er nach New York, wo er als Trickfilmillustrator bei den Famous Studios (heute Paramount Pictures) arbeitete. Trotz erster beruflicher Erfahrungen gelang ihm dort kein großer Durchbruch, sodass er 1963 nach Paris übersiedelte. Dort entwarf er zunächst humorvolle Grußkarten und entwickelte schließlich seinen charakteristischen Ansatz: Kunst ohne Worte.
1966 erschien seine erste veröffentlichte Zeichnung in der französischen Wochenzeitung Le Pèlerin. Internationale Bekanntheit erlangte er ab 1968 durch Veröffentlichungen im Magazin Stern. Der endgültige Durchbruch gelang ihm in den 1970er-Jahren mit dem Buch Das Piratenschiff, das seine Karriere weltweit etablierte.
1980 zog Mordillo nach Mallorca, wo er weiterhin an Zeichnungen und Trickfilmprojekten arbeitete. Seit 1998 lebte er in Monaco. Erst 2006 begann er, hochwertige Fine-Art-Prints seiner Werke zu produzieren, während er die Originale weiterhin größtenteils zurückhielt.
Mordillos Stil wurde international bekannt und erschien auf Postkarten, Postern, Kalendern, Geschenkpapier sowie in Büchern und Animationsfilmen. Seine Bildsprache ist geprägt von wortlosen, humorvollen Szenen mit rundlichen Figuren und Tieren, die oft absurde Situationen erleben. Besonders wichtig waren ihm dabei die Augen seiner Figuren, mit denen er durch wenige Striche Emotionen und Charakter ausdrückte.
Sein Humor basiert häufig auf starken Kontrasten – Schwarz und Weiß treffen auf kräftige Farben, Leere auf Überfüllung, Leichtigkeit auf Nachdenklichkeit. Dadurch entstehen Bilder, die sowohl zum Lachen als auch zum Reflektieren anregen.
Trotz einer über 50-jährigen Karriere blieb Mordillo stets in Bewegung, reiste viel und wechselte immer wieder seinen Wohnort. Seine Bildwelt hingegen blieb universell, sprachfrei und kulturübergreifend verständlich.
Guillermo Mordillo starb am 29. Juni 2019 im Alter von 86 Jahren auf Mallorca.